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Hardware

Aus dem Konzept leiten sich eine ganze Reihe von Anforderungen für die Hardware ab, natürlich hat die zur Verfügung stehende Hardware auch Einfluß auf das Gesamtkonzept.

Grundsätzlich sind für einen HTPC die gleichen Komponenten notwendig, wie für jeden anderen PC auch, allerdings gehen die Anforderungen im Detail ein wenig darüber hinaus.

Ich setze an dieser Stelle einfach mal voraus, daß der geneigte Leser mit dem grundsätzlichen Aufbau eines PCs vertraut ist, ich beschreibe daher im wesentlich die Besonderheiten, die die von mir verwendeten Komponenten hervorheben.

Hier nun die Auflistung der verwendeten Komponenten, wobei zu bemerken ist, daß sich einige Bestandteile noch in der Schwebe befinden und durchaus einer besseren Lösung weichen könnten.

MAINBOARD

Das Mainboard zählt zu den vorhandenen Beständen, es handelt sich um ein Asus A7V133 mit KT133A-Chipsatz. Bestückt ist es mit einem Athlon Thunderbird 900 und 1 Gigabyte RAM PC133 CL2 von Infineon.

Grundsätzlich ist zur Auswahl eines HTPC-geeigneten Mainboards zu sagen, daß es möglichst stabil laufen sollte und im Hinblich auf die Geräuschkulisse nicht mit einem Lüfter für den Chipsatz ausgestattet sein sollte.

Asus erscheint mir hier eine gute Wahl zu sein, die Mainboards sind zwar recht hochpreisig, glänzen aber durch einen guten Support seitens des Herstellers, und erreichen in der Regel einen sehr hohen Reifegrad. Da HTPCs im allgemeinen keine Hochleistungsmaschinen zu sein brauchen, bietet es sich durchaus an, hier auf bereits bewährte Technik zurückzugreifen.

Als lärmdämmende Maßnahme habe ich bei dem Board den Chipsatz-Lüfter entfernt, der sich als überflüssig erwiesen hatte (Vorsicht bei der Nachahmung, daß es bei mir funktioniert, heißt nicht, daß es auch irgendwo anders funktioniert...). Außerdem habe ich als Prozessorkühler das Verax P14-Kühlsystem eingesetzt, eine sehr empfehlenswerte Maßnahme!





GRAFIKKARTE

Eine der ganz zentralen Komponenten des Gesamtsystems, da von ihr sehr entscheidend die Einsatzmöglichkeiten abhängen.

Aus dem Konzept leiten sich folgende Anforderungen ab:

  • Zwei Ausgänge mit unabhängigen Auflösungen, Wiederholraten und Seitenverhältnissen
  • TV-Out auf einem Ausgang, mit SCART RGB (siehe Abhandlung über Videosignale)
  • Unterstützung von Custom-Auflösungen (für die Ansteuerung des Beamers)
  • Hochwertige Signalqualität
  • möglichst lautloser Betrieb
  • Hardware-Unterstützung von Video-Overlays

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die perfekte Grafikkarte habe ich (noch) nicht gefunden, aber eine mit der ich soweit leben kann: Die Matrox G400 DH MAX

Die Karte verfügt über zwei Ausgänge, die weitestgehend unabhängig sind, was Auflösungen, Wiederholraten und Seitenverhältnisse angeht (Einschränkung: TV-Out scheint nur mit 4:3 möglich zu sein...). Der zweite Ausgang kann als TV-Out verwendete werden und unterstützt per mitgelieferter Kabelpeitsche FBAS und SVideo Y/C. Über eine Anleitung aus der Kabelfaq des Herstellers kann man sich selbst ein VGA-SCART Kabel erstellen, mit dem dann auch eine Ansteuerung des Fernsehers per RGB SCART (mit Composite Sync) möglich ist.

Der Matrox-Support sagt, die Karte könne Video-Overlay nur auf dem ersten Ausgang, mit einigen Einschränkungen klappts aber auch auf dem zweiten Port. Liegt im wesentlichen an der Abspielsoftware und dem verwendeten Codec, mehr dazu aber später.

Über die aktuellsten Treiber, sowie das Matrox Support-Tool lassen sich nahezu beliebige Custom-Auflösungen einrichten (Einschränkung: müssen horizontal durch 8 und vertikal durch 2 teilbar sein und ein Seitenverhältnis von 4:3, 16:9 oder 16:10 haben). Je nach Laune des Treibers (ich bin immer noch auf der Suche nach der Gesetzmäßigkeit...) funktioniert die Einstellung auch über Powerstrip, manches geht hiermit sogar besser. Mein Tip also: Probieren, womit man besser klarkommt, ich bin derzeit bei Powerstrip hängengeblieben.

Alle Matrox-Karten die ich kenne (Ich hatte ein Millenium I und derzeit steckt einen Parhelia im PC) haben ein sehr hochwertiges Videosignal, und auch bei der G400 ist das nicht anders. Sogar bei einem 10m-Kabel (zugegebenermassen spielt das Kabel auch eine große Rolle) ist das Bild absolut sauber.

Die Karte (zumindest die MAX-Version) ist mit einem Lüfter ausgestattet, den ich allerdings durch einen passiven Zalmann Fächerkühler aus Kupfer ersetzt habe. Funktioniert im Moment reibungslos, dafür möchte ich meine Hand aber nicht ins Feuer legen, besonders wenn man die GPU mehr fordert, als ich es derzeit tue (z.B. durch 3D-Spiele).

Haken an der Sache: Matrox baut die Karte nicht mehr, inwiefern die Nachfolgemodelle (G450, G550) hier in die Bresche springen können, kann ich im Moment nicht sagen. Wer aber interessiert ist, kann zumindest mal auf eBay schauen, da bin ich zumindest fündig geworden.





TV-KARTE

TV-Karten werden dazu verwendet, an einem PC den Fernsehempfang zu ermöglichen. Grundsätzlich verfügen sie hierzu über einen integrierten TV-Empfänger sowie einen Digitizer, der das analoge TV-Signal in Computerdaten konvertiert. Um diese Daten dem PC zur Verfügung zu stellen, gibt es nun zwei Möglichkeiten, bei den passiven TV-Karten wird das rohe (digitale) TV-Signal an den PC weitergereicht, der es dann weiterverarbeitet. Aufgrund der recht hohen Datenmenge ist die Belastung für den PCI-Bus sehr hoch, sollen die Daten aufgezeichnet werden, so muß die CPU dies vornehmen.

Anders sieht es bei TV-Karten aus, die bereits über einen integrierten Encoder verfügen, hier wird das rohe, digitalisierte Videosignal von einem spezialisierten Signaprozessor nach dem MPEG-2-Verfahren komprimiert (wird auch bei DVDs verwendet), und erst dann dem PC zur Verfügung gestellt. Das hat den Vorteil, das nur eine sehr viel geringere Datenmenge über den PCI-Bus geht und abgespeichert werden muß.

Nachteil ist allerdings, das zur Darstellung der Datenstrom von der TV-Karte erst wieder decodiert werden muß. Prinzipbedingt ist allerdings der Rechenaufwand zum dekodieren erheblich niedriger als der zum enkodieren, so daß mir diese Variante geeigneter erscheint.

Hier also die Anforderungen, die sich aus dem Konzept ergeben:

  • TV-Tuner (kabeltauglich)
  • integrierter MPEG-Encoder
  • Software die Timeshift unterstützt

Um es kurz zu machen: Die Haupauge PVR250 ist hier der aus meiner Sicht geeignete Kandidat. Sie verfügt über einen MPEG2-Encoder, einen Video-Eingang sowie einen internen Receiver. Bei der Karte wird eine TV-Software mitgeliefert, die sowohl Live-TV, Timeshift wie auch reine Aufnahme unterstützt. Ich bin damit allerdings nicht so recht glücklich geworden, aber da ich ja sowieso die Integration in eine gemeinsame Oberfläche anstrebe, sind hier andere Softwarelösungen in die Bresche gesprungen.

Die Karte unterstützt auf jeden Fall alles, was ich haben wollte/mußte, alles weitere ist Sache der Integration.





SOUNDKARTE

Etwas unschlüssig bin ich derzeit noch bei der Soundkarte, ist doch die vorhandene Creative Soundblaster Live 5.1 Player nicht wirklich eine High-End-Karte.

Die Anforderungen aus dem Konzept sind ja:

  • Ausgabe von 5.1 Dolby Digital auf 6 diskrete Analog-Ausgänge
  • Dynamikumfang von 102db für DVD-Wiedergabe

Was die Dynamik angeht, habe ich noch keine Informationen gefunden, aber die Ausgabe von Dolby Digital auf 6-Kanal-Analog funktioniert.

Als größte Einschränkung ist bisher aufgefallen, daß die Einstellung der Lautsprecherkonfiguration nicht 100%ig funktioniert, ergibt sich im HTPC-Betrieb doch die Notwendigkeit, gelegentlich zwischen Stereo und 6-Kanal umzuschalten. In meinem besonderen Fall hängt die Karte analog an sechs diskreten Endstufen, daher muß die Karte selbst in der Lage sein, möglichst komfortabel und einfach die verschiedenen hiermit verbundenen Parameter zu regeln. Für den Genuß von Stereo-Audio muß darüber hinaus die Karte einen 2.1-Modus unterstützen, in dem sie selbst die Bässe an den Subwoofer weitergibt.

Da hier die SB Live etwas mager ausgestattet ist, ist ein Wechsel zur M-Audio Revolution 7.1 geplant, die hier erheblich mehr bietet.

UPDATE: Der Wechsel ist vollzogen, in meinem HTPC werkelt jetzt eine M-Audio Revolution 7.1. Um meinen bisherigen Eindruck mal auf den Punkt zu bringen: Wow....

Erstmal zur reinen Funktionalität:

  • 7.1 Ausgabe per Digital oder Analog
  • natürlich auch jeder Modus unterhalb (also 6.1, 5.1, 4.1, 2.1 und alles nochmal ohne Subwoofer)
  • per Bassmanagement ist bei jedem Lautsprecher getrennt die Übergangsfrequenz einstellbar (und ob überhaupt)
  • virtuelle Surround-Modi (sowohl Surround bei nur 2 Lautsprechern, als auch 5.1 Upmix aus einer Stereoquelle)
  • 106db Dynamikumfang (RUMMS!!!! Hehe :))
  • 107dB Störabstand
  • Samplingrate bis 192kHz bei 24 Bit

Und das Ergebnis: Erstklassige Klangwiedergabe, die einigen Stand-Alone-DVD-Playern zur Ehre gereichen würde, hervorragende Parametrierbarkeit der Einstellungen und somit eine optimale Anpassung an so ziemlich alle denkbaren Lautsprecherszenarien.

Meine speziellen Probleme, die ich mit der SB Live 5.1 hatte (Stereo-Signale kamen aus allen Lautsprechern, keine Ansteuerung des Subwoofers in Stereo möglich) sind damit aus der Welt. Fazit: Äußerst empfehlenswert!





FESTPLATTE

Anforderungen gem. Konzept:

  • große Kapazität
  • leises Laufgeräusch
  • leises Kopfgeräusch

Bei der inbetriebnahme der vorhandenen Festplatte stellte sich schnell heraus, daß sie nicht gerade zu den Leisetretern gehört, sie pfeift mit mechanischen Lagern und 7200 rpm doch sehr vernehmlich vor sich hin.

Als Alternative bot sich die flüssiggelagerte Seagate ST 312002 6AS aus meiner Workstation an, die ist zwar leise aber auch "nur" 80GB groß, und außerdem ganz gut, da wo sie jetzt ist. Einer Empfehlung aus dem HTPC-Forum folgend habe ich dann bei derMaxtor Maxline II 5A250J0 zugeschlagen, 250GB ATA mit Flüssiglagern und laut Datenblatt noch leiser als die ohnehin schon leise Seagate.

Die Festplattengröße sollte man nicht unterschätzen, schnell sammelt sich doch bei Archivierung der CDs, diverser Aufnahmen und der einen oder anderen DVD eine ganze Menge Daten an. 2 Stunden Video in maximaler DVD-Qualität mit 5.1 Sound sind so grobe 9GB an Daten, da darf es ruhig das eine oder andere GB mehr sein ;)





GEHÄUSE

...sind geschmackssache. Sie sollte natürlich in das angestrebte Umfeld passen und alleine da trennte sich schon reichlich Spreu von erstaunlich wenig Weizen. In meinem Fall sollte noch ein ATX-Board mit Fullsize-PCI-Karten reinpassen, und da wird es dann endgültig eng.

Eines, das mich sofort angesprochen hat, wenn auch recht hochpreisig ist, ist das DIGN HV5. Es kommt mit geräuschgedämmten Netzteil, eingebautem Display mit USB-Ansteuerung und Fernbedienung, die den PC auch Ein/Ausschalten kann. Es ist aus massivem Aluminium, die Front ist 8mm stark und in meinem Fall mit einem Bürstenschliff versehen.

Nachteil: Kostet ca. 400 EUR und der taiwanesische Hersteller lässt sich mit der Herstellung reichlich Zeit....





TASTATUR

Sie sollte nach Möglichkeit auch einen Mausersatz beinhalten, wer will schon auf der Couch ein Mousepad auf dem Knie liegen haben... Logischerweise muß sie schnurlos sein, ob Infrarot oder Funk ist wohl mehr eine Glaubens- bzw. Ermessensfrage.

Ich habe derzeit eine Qtronix Scorpius Li im Einsatz, allerdings ist der integrierte Trackball viel zu glatt. Die Tastatur selbst ist allerdings über jede Kritik erhaben, sie ist in etwa vergleichbar mit einer Notebooktastatur von IBM oder Acer und auch für Vielschreiber noch benutzbar.

Ob es bei ihr bleibt, bin ich mir aber noch nicht sicher...





DVD-BRENNER

Die Auswahl beim DVD-Brenner wurde dadurch eingeschränkt, daß in das DIGN-Gehäuse nur LG-Laufwerke eingebaut werden sollten, aufgrund der Alublende vor dem Laufwerksschacht. Ich habe deswegen zum LG GSA4040B gegriffen, ein 4x DVD-Writer der alle gängigen Normen brennt und obendrein noch recht leise ist.





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