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Konzept

Um zu einem Gesamtkonzept zu kommen, bietet es sich an, die diversen Aufgaben ersteinmal voneinander zu trennen.

Fangen wir also mal mit dem ersten Punkt auf der Zielliste an:

Archivierung, Organisation und Abspielen meiner Musiksammlung

In meinem Fall liegt die Musik ausschließlich Digital (auf CD) vor, daher muß ich mir um analoge Aufzeichnungen keinen Kopf machen. Das Abspielen einer Audio-CD erledigt jedes noch so schlechte CD-Laufwerk ohne jede Mühe, aber viel interessanter ist ja die Möglichkeit, CDs komplette auf der Festplatte zu archivieren und sie später nur noch auswählen zu müssen.

Für diese Aufgabe sollte das CD-Laufwerk in der Lage sein, Audio-CDs in möglichst guter Qualität digital auszulesen um es dann auf dem PC entweder als Rohdaten oder komprimiert ablegen zu können. Beim Archivieren außerst hilfreich sind CD-Datenbanken wie zum Beispiel freedb.org, die, entsprechende Software vorausgesetzt, Interpret, Komponist, Album- und Tracktitel und sogar das Coverbild liefern können.

Mit einer entsprechenden Oberfläche ausgestattet, die sich über eine Fernbedienung steuern läßt, und einer entsprechend hochwertigen Sound-Ausgabe sollte dann einem ungetrübten Musikgenuß in bestem Komfort nichts entgegenstehen.

Die Anforderungen an die CPU sind auch eher gering, die Kompression der Audiodaten z.B. nach MP3 ist zeitunkritisch, daher muß das System nicht ausgesprochen Leistungsfähig sein. Aber ein hochwertiges CD-Laufwerk sowie eine Soundkarte mit guten Digital-Analog-Wandlern ist notwendig.

Klar wird bei diesem Punkt aber, daß für die Bedienung von der Couch aus ein kleines LCD nicht ausreicht, will man doch unter Umständen aus vielen Tausend Musikstücken auswählen. Dafür kommt eigentlich nur eine großflächige Darstellung der Menüführung in Betracht, sprich die Ausgabe auf einem Fernseher. Mit einer Grafikkarte, die TV-Out beherrscht sollte das aber kein Problem sein.

Ist das entsprechende Kleingeld vorhanden, könnten natürlich auch vollständig andere Bedienkonzepte in Betrach gezogen werden, wie z.B. die Fernbedienung über einen Bluetooth-Handheld, bei dem die komplette Benutzerführung über das eigene Display läuft...

Abspielen von DVDs

Da ich die DVDs über meinen Beamer sehen möchte, und weder Lust zum Kabelumstöpseln noch zum Auflösung umstellen habe, ergibt sich hieraus messerscharf die Notwendigkeit einer Grafikkarte mit zwei Ausgängen. Das CD-Laufwerk erfährt ein Upgrade zum DVD-Laufwerk und es muß eine entsprechende Abspielsoftware her. Idealerweise sollte auch die über eine gemeinsame Oberfläche steuerbar, sowie Fernbedienbar sein. Das Abspielen von DVDs ist wegen der MPEG-2 Dekodierung schon etwas Prozessorlastiger, aber ab einem PIII 600 MHz soll es da eigentlich (!) keine Probleme mehr geben. Auch die Anforderungen im Audio-Bereich steigen, hier soll jetzt 5.1 aus den Boxen dröhnen, daher muß die Soundkarte neben Stereo auch den 6-Kanal-Modus beherrschen, mit analogen Ausgängen. Das ganze natürlich in bester Qualität und zu allem überfluß mit einem Dynamikumfang von 102dB (gegenüber 98dB der CD).

Zum Abspielen der DVDs selbst gibt es mehrere Ansätze: Entweder man läßt die MPEG-2 Dekodierung und das Skalieren des Videobildes von einem Software-DVD-Player erledigen oder man verwendete einen Hardware-MPEG-Dekoder (und dessen Software). Ich bin der Einfachheit halber erstmal von einem Software-Player ausgegangen, schließlich habe ich hier auch noch einige Lizenzen herumliegen, die mit aller möglichen Hardware gebundelt waren :)

Fernsehen mit erhöhtem Komfort

Hier wirds schon etwas kniffliger. Der erste Grundbaustein ist natürlich schonmal ein TV-Tuner. Der alleine stellt aber nur das TV-Signal zur Verfügung um zu Timeshifting zu kommen, brauchts aber noch einen weiteren Schritt: nämlich die Aufzeichnung. Um mit dem Plattenplatz und der Bandbreite etwas haushalten zu können, sollte ein aufgezeichnetes Videosignal komprimiert werden. Das von der DVD bekannte MPEG2 zu verwenden ist wohl der naheliegendste Schluß, allerdings braucht es hier schon deutlich mehr Rechenleistung, denn schließlich müßte der PC das rohe Videosignal gleichzeitig anzeigen und komprimiert ablegen. Bei einem Zeitversatz (Timeshift) müßte er sogar das komprimierte Material entkomprimieren und anzeigen, während er im Hintergrund aufzeichnet und komprimiert. Das mein Athlon 900 hiermit hoffnungslos überfordert ist, leuchtet ein, aber zum Glück gibt es ja MPEG-Encoder :) Mit einer entsprechenden Karte, die das TV-Signal selbst komprimiert und dann erst an den PC übergibt, schlägt man einen ganzen Fliegenschwarm mit einer Klappe: Der Prozessor wird entlastet, der Bus muß nicht mit den Rohdaten belastet werden und der Plattenverbrauch hält sich in Grenzen. Mit ein wenig Geschick könnte man sogar direkt auf eine DVD aufzeichnen, aber das wartet noch auf den Beweis ;)

Also klarer Fall: Es muß ein TV-Tuner mit MPEG-Encoder her, wie z.B. die Haupauge PVR250, der PC muß dann lediglich bei der Wiedergabe noch den aufgezeichneten MPEG-Stream dekodieren, und das sollte der Athlon allemal schaffen. Für das Beschaffen der EPG-Daten sollte das System über einen Internet-Zugang verfügen, oder über eine andere clevere Idee an die Daten zu kommen.

Digitale Aufzeichnung vom TV, Archivierung auf DVD

Die Digitale Aufzeichnung findet zwangsweise schon beim Timeshift statt, ergänzend muß aber noch der Plattenplatz erwähnt werden. Eine große Festplatte sollte also her, idealerweise schnell und leise. Da es zu große Festplatten nicht gibt, ist hier nur der Geldbeutel die Grenze :)

Was die Archivierung auf DVD angeht, erfährt das DVD-ROM nun ein Upgrade zum DVD-Brenner. Um sich hier nicht selbst ein Bein zu stellen, sollte der DVD-Brenner alle gängigen Standards beherrschen, und mit entsprechender Brenner-Software gebundelt sein.

Empfang und Anzeige von eMails

Der schwierigste Teil hiervon ist wahrscheinlich die Integration eines entsprechenden Stücks Software in die Überfläche des Systems. Der hierfür nötige Internet-Zugang ist auch für die EPG-Daten nötig, also keine Neuigkeiten. Allerdings ergibt sich die Notwendigkeit einer hochwertigen Textdarstellung, konnte man bei den restlichen Punkten vielleicht aufgrund des geringeren Informationsgehalt noch darüber hinwegsehen.

Da ich meine eMails über den Webclient von Freemail abrufe, ist die eMail-Software nicht so sehr das Thema, wie die Integration eines simplen Webbrowsers in die Oberfläche.

Weitere Internetdienste

...sind eine reine Softwarefrage, Internetzugang und Browser ist ja bereits vorhanden. Mal schauen, was sich noch so an Ideen ergibt :)

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